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Erste Fahrt im neuen Mercedes CLS


Auf dem Pariser Salon feiert der neue CLS seine Weltpremiere. Wir haben Mercedes-Vertriebschef Dr. Joachim Schmidt exklusiv bei einer Testfahrt begleitet

Vertriebschef eines weltweit agierenden Automobilkonzerns zu sein, ist garantiert ein Stressjob, hat aber auch seine schönen Seiten. Zum Beispiel darf man lange vor fast allen anderen die neuesten Modelle der Marke fahren. Wenn man diese Position wie Dr. Joachim Schmidt bei Mercedes Benz Cars bekleidet, ist sie besonders reizvoll – schließlich sind die Autos mit dem Stern als sportlichelegant und technologisch hochwertig bekannt. Handelt es sich dann auch noch um den neuen CLS, die zweite Generation des viertürigen Coupés von Mercedes, ist das Vergnügen perfekt. „Ich bin am Wochenende schon den CLS 350-Benziner gefahren“, verrät der Automanager. „Das Design ist fantastisch, ein echter Hingucker, der überall Zuschauer anlockt.“

Begeistert erzählt der Mercedes-Mann vom 306 PS starken Motor, der mit einer Start-Stopp-Funktion ausgestattet ist. „Das System harmoniert ganz hervorragend mit der serienmäßigen Automatik 7G-Tronic. Als Fahrer spürt man davon kaum etwas, zusammen mit anderen Maßnahmen ist die neue Generation des CLS dadurch aber um bis zu 25 Prozent sparsamer als das Vorgängermodell.“

Gemeinsam stehen wir jetzt vor einem CLS in Zirkonrot. Die Sonne spiegelt sich im glänzenden Lack. Unbewusst suchen die Finger in der Hosentasche nach dem Schlüssel für den CLS. Doch den hält Joachim Schmidt längst in der Hand: „Dann wollen wir mal.“ Auch heute hat der Vertriebschef das exklusive Vergnügen, das viertürige Coupé zu steuern. Diesmal darf die AUTO ZEITUNG den Manager auf der Tour um Stuttgart begleiten und über die erste Ausfahrt mit dem Mercedes CLS berichten. Satt klingend schließt sich die Beifahrertür, und die Geräusche von der nahen Straße verstummen. Der störende Lärm wird von den Insassen wirksam ferngehalten. Viel Platz und ein gutes Raumgefühl in der ersten Reihe, aber auch im Fond können 1,85-Meter- Männer sitzen, ohne anzuecken. Im Sichtbereich die lange Haube des Mercedes, unter der diesmal ein Dieseltriebwerk schlummert: der 350 CDI BlueEFFICIENCY. 265 PS und 620 Newtonmeter Drehmoment sind wahrlich eine Ansage, auch hier in Verbindung mit der überarbeiteten, kaum spürbar schaltenden 7G-Tronic. Dr. Schmidt streicht mit der Hand über das graue Nappaleder auf der Instrumententafel und über das naturbelassene, offenporige Ahornholz. „Das fasst sich richtig gut an, aber die meisten Kunden bevorzugen lackiertes Holz.“ Mit einem Druck auf den Starter erweckt Car-Guy Schmidt das Triebwerk zum Leben. Nur ein kurzes Brummen ist zu vernehmen. Zügig setzt sich der CLS in Bewegung. „Im Diesel ist die Start-Stopp- Funktion erst später verfügbar“, berichtet der Mann am Steuer, während er auf die Hauptstraße biegt und Gas gibt. Die Insassen werden kräftig in die straffen Polster der Multikontursitze (619 Euro) gedrückt, der V6 setzt sich auch akustisch durch.

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Dann schaltet die optimierte Siebengang- Automatik ganz weich und kaum spürbar, bis die Reisegeschwindigkeit erreicht ist. Das Vorserien-Fahrwerk schluckt Bodenwellen vorbildlich, in der Serie wird es auch härtere Schläge beim Passieren einer Baustelle besser verarbeiten. Beim Gleiten lösen sich die Fahrgeräusche schon jetzt buchstäblich ins Nichts auf und werden durch ein Gespräch im Plauderton ersetzt. „Die Auslieferung in Deutschland startet im Januar, zunächst mit dem CLS 350 als Benziner und Diesel. Zwei Monate später folgt der 204 PS starke Vierzylinder 250 CDI, im April der CLS 500 mit V8-Motor.“ Und die Hauptabsatzmärkte? „Ein Drittel USA, ein Drittel Europa. Aber auch China wird für den neuen CLS ein immer wichtigerer Markt.“ Stau auf der Bundesstraße 27, typisch. Aus den Autos und Lieferwagen auf der rechten Spur viele anerkennende Blicke. Der CLS kommt an; auch bei Leuten, die ihn sich vielleicht nicht leisten können. Vom ersten Modell wurden seit 2004 rund 170.000 Fahrzeuge verkauft – was viele überraschte. Schmidt, einer der Väter des ersten CLS, war hingegen sicher, dass das Konzept einschlägt. „Viertürige Coupés gab es damals nicht, und wir wollten unseren Kunden eine Alternative zwischen der E- und der S-Klasse anbieten.“

Diesem Anspruch wird das neue Modell noch stärker gerecht. Die Verarbeitung ist ebenso perfekt wie die Technik. Der aktive Spurhalteassistent, der aktive Totwinkelassistent und die LED-High-Performance-Scheinwerfer (1773 Euro) setzen Maßstäbe. Leider ist es noch hell, als wir aufs Werksgelände rollen. „Das LED-Licht probieren wir beim nächsten Mal aus“, verspricht Dr. Schmidt.

Klaus Uckrow

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