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Im Ferrari California durch Paris


Paris bei Nacht. Im Ferrari California ein ganz exquisites Vergnügen. Wenn man sich Zeit lässt

Hmm, so hatte ich mir das nun wirklich nicht vorgestellt: Der Plan war, bei Nacht durch Paris zu stürmen, stramm auf den Spuren des Kurzfilm-Klassikers „C`était un rendez-vous“ von Claude Lelouch. Also mit Schwung an der Porte Dauphine herunter von der Périphérique, dem berühmten Stadtautobahnring rund um Paris, dann zielstrebig über die Avenue Foch hoch zum Arc de Triomphe und nach einer kurzen Runde hinein auf die Champs Élyssés. Als nächstes Etappenziel wird der Place de la Concorde anvisiert, dann am Louvre vorbeigeschlenzt – vorher bitteschön scharf zielen, wenn es durch das Kolonnaden- Nadelöhr in den Innenhof geht. Die Galeries Lafayettes bleiben links liegen und schon geht es ganz fokussiert hinein in die Kopfsteinpflaster-Gassen des Pigalle-Viertels. Nicht einmal das Moulin Rouge würde uns bremsen, wenn wir dann durch die engen Gassen hinauf zum Montmartre zirkeln. Grande Finale nach knapp neun Minuten schließlich an der Basilika Sacre-Coeur. Das werden wir allerdings nicht wirklich schaffen, denn im Gegensatz zum Fahrer, den Lelouch für seinen Film engagiert hat – man munkelt von einem der legendären Sturm-und-Drang-Formel Eins-Piloten jener Zeit – wollen wir uns doch gerne an die wichtigsten Straßenverkehrsregeln halten: Tempolimits, Einbahnstraßen richtig herum, rote Ampeln.

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Dumm nur, dass Lelouch den Film 1976 gedreht hat. Und der Pariser Stadtverkehr sich in den letzten 35 Jahren gefühlt verzehnfacht hat. Während Lelouch mit seinem Ferrari 275 GTB außer vereinzelt in der Morgendämmerung dahinträumenden Fischlieferanten keiner Menschenseele begegnet ist, stehen wir schon auf der Périphérique erstmal im Stau. Wohlgemerkt mitten in der Nacht.

PLANÄNDERUNG
Wir ändern also gezwungenermaßen den Schlachtplan. Ein paar Stunden Vollmond- Sightseeing sind doch auch nicht zu verachten. Man muss flexibel sein, heutzutage.

Es trifft sich also hervorragend, dass der FERRARI CALIFORNIA mit Start/Stopp-Automatik ganz im politisch korrekten Strom der Zeit schwimmt – mit maximaler Öko- und Effizienz-Sensibilität reihen wir uns in den nächtlichen Stadtverkehr ein. Das große V8-Herz des Ferrari California scheint jedoch mit Abstoßungsreaktionen zu kämpfen, die moderne Spar-Technologie wirkt im chaotischen Gedränge der französischen Metropole etwas nervös und unhomogen: Der Motor stirbt an Ampeln schlagartig ab, als habe man gerade auf das schwarze Vollblut-Pferd auf gelbem Grund scharf geschossen und auch das Starten bei Ampel-Grün klingt beängstigend nach Wiederbelebungsversuch.

An der Avenue Foch verläuft sich der Verkehr jedoch, im Windschatten eines Kurier-Motorradfahrers schaffe ich es dem Ferrari tatsächlich die Sporen zu geben. Herrlich, wie die Maschine nun saftig gurrend anschiebt, sie scheint uns zuzurufen „Einem Ferrari muss man die Zügel locker lassen!“

Hochschalten geht durch das exzellente Doppelkupplungsgetriebe blitzschnell, und beim Runterschalten sagt der FERRARI CALIFORNIA so wunderschön „Wuaahrrr“, dass wir mit einer ausgewachsenen Gänsehaut am Arc de Triomphe ankommen. Ich versuche ganz verstohlen, den Lenkrad-Drehregler für die Fahrprogramme auf „Alles Aus“ zu drehen, um vielleicht tatsächlich einen kleinen Drift im berühmtesten Kreisverkehr der Welt zu schaffen, aber der Fotograf Perkovic hat wohl nur darauf gewartet: „Finger weg,“ grinst er, „und halt mal bitte da vorne rechts an. Fotos machen.“ – Der Ferrari California strandet gelangweilt an der Ecke zur Avenue de Friedland. Na Super.

Ich muss allerdings zugeben, dass mich die magischen Momente der Stadt tatsächlich einholen – wir stehen an einer überdimensionalen Drehscheibe, an der sich nicht nur aufgekratzte Nachschwärmer und übermüdete Schicht-Werker ein kurzes Stelldichein geben, hier scheinen sich unermüdlich die Jahrhunderte europäischer Geschichte zu drehen. Paris in FERRARI 360 Grad-Endlosschleife.

Ganz friedlich geworden rollen wir danach die Champs Élyssés hinunter, genießen den nächtlichen Taumel aus Licht und Leben zusammen mit der sich strudelnd-warm im offenen Cockpit des Ferrari drehenden Nachtluft. Gerüche, Musik-Fetzen und die ganze Zeit perlende Reflexionen auf dem blutroten Lack des California. „Improvisation!“ gibt Herr Perkovic als Losung aus, „runter an die Seine und zum Eiffelturm. Danach können wir immer noch die klassische Route aufnehmen“. Ein guter Vorschlag.

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