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McLaren MP4-12C im Fahrbericht


Der neue McLaren MP4-12C scheut keinen Vergleich. Der ultraleichte 600-PS-Supersportler soll Ferrari, Lamborghini, Porsche und Co. in die Schranken weisen. Und er hat das Zeug dazu

Eckdaten PS-KW: 600 PS (441 kW) Antrieb: Hinterrad, 7-Gang-Doppelkupplung 0-100 km/h: 3.30 Sekunden Höchstgeschwindigkeit: 330 km/h Preis: 200000 € Das erste Concept Car haben sie 2007 gebaut. Heute stehen vier so genannte „Production Prototypes“ auf dem Rennkurs von Portimão bereit. Alle vier gehören der letzten Prototypen-Generation an, befinden sich nahezu auf dem Stand künftiger Kundenautos und sind auf eigener Achse von England nach Südeuropa gereist. Die Rennstrecke an der portugiesischen Algarve bietet auch im Winter beste Bedingungen für einen beherzten Ausritt mit dem neuen Supersportler. Der maximal 4,7 Kilometer lange Kurs ist gespickt mit schnellen Kurven und vor allem uneinsehbaren Kuppen. Der McLaren MP4-12C soll hier sein ganzes Potenzial zeigen.

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600 PS, 600 Newtonmeter Drehmoment, rund 1400 Kilo Gewicht und nur eine angetriebene Achse – der McLaren bietet schon von der Papierform her Anlass für höhere Adrenalinausschüttungen. Für 2011 ist der Bau von 1000 Fahrzeugen geplant. Schon in wenigen Jahren will McLaren bis zu 4000 Autos jährlich produzieren. Ende April soll der Umzug aus der Prototypenfertigung in die neuen, 32.000 Quadratmeter großen Hallen stattfinden.

Der MP4-12C bildet die Mitte einer Modellpalette, die kontinuierlich erweitert werden soll. Und er soll in seiner Klasse neue Maßstäbe setzen – und Ferrari 458 Italia, Lamborghini Gallardo oder auch Porsche 911 Turbo S übertrumpfen. McLaren greift hierfür auf ein nur 75 Kilogramm leichtes Karbon-Chassis zurück, vorn und hinten mit austauschbaren Alu-Rahmen ergänzt. Diese nehmen die Radaufhängungen sowie Motor und Getriebe auf.

HIGHTECH-LEICHTGEWICHT
Den verhältnismäßig langen Radstand von 2,67 m (Ferrari 458 Italia: 2,65 m; Porsche 911: 2,35 m) kombinieren die Engländer mit kurzen Karosserieüberhängen. Mit 1434 Kilo Leergewicht bewegt sich der MP4-12C inklusive Klimaanlage und Navigation etwas über dem Niveau eines ausgeräumten Porsche 911 GT2 RS (911 Turbo S: 1625 kg). Rund 57 Prozent des Gewichts lasten beim McLaren auf der Hinterachse. Leicht und effizient ist auch der gesamte Antriebsstrang. Zulieferer Ricardo fertigt den Biturbo-V8 mit 3,8 Liter Hubraum. Der McLaren-Motor wiegt 199 kg, seine Trockensumpfschmierung erlaubt hohe Querbeschleunigungs werte ohne Schmierverluste. Bei den Testfahrten in Portugal lagen die Werte bei 1,2 g und höher. Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe kommt von Oerlikon-Graziano in Italien.

Diese Fakten treten augenblicklich in den Hintergrund, wenn sich die Tür zum McLaren-Cockpit aufschwingt. Der beinahe zierlich wirkende Innenraum bietet zwei Personen genügend Platz, nicht mehr. Die Sitze geben viel Seitenhalt und sind ausreichend komfortabel gepolstert. Die Mittelkonsole beherbergt den hochkant ausgerichteten Navi-Bildschirm plus Bedienung, die Knöpfe für die Beeinflussung der Dämpfer- und Getriebecharakteristik sowie den Starterknopf. Ebenso dort platziert ist der Hebel für die elektronische Handbremse.

Schon auf den ersten Metern ist der McLaren-Neuling dankbar für den Automatik-Getriebemodus. So hat er genügend Zeit, sich auf die etwas klein geratenen Bedienknöpfe und die schmalen Ziffern auf den Cockpit-Displays zu konzentrieren. Die Ablesbarkeit der Displays soll sich bis zum Serienanlauf aber noch verbessern. Hilfreich ist der zentrale Aktivierungsknopf für die Einstellung aller elektronisch geregelten Fahrdynamikfunktionen.

HOHE KOMFORTRESERVEN
Je drei Modi stehen für das Fahrwerk mit hydraulischem Wankausgleich und die Motor-/Getriebe Charakteristik zur Wahl. Ein Wechsel zwischen den Modi erfolgt zur eigenen Sicherheit nur bei Geradeausfahrt, aber nie in Kurven. Das Gesamtkonzept des McLaren überzeugt schon auf der Landstraße mit überraschend hohen Dämpfungsreserven. Die automatischen Gangwechsel erfolgen schnell und ruckfrei. Der Fahrer hat aber jederzeit die Möglichkeit, die Gänge manuell über die beiden Schaltwippen am Lenkrad zu wechseln. Dabei ist der Widerstand an der Wippe spürbar größer als bei vergleichbaren Systemen.

Der Motor nimmt ab 1000 Touren willig Gas an; ab 1500 Umdrehungen liegen bereits 400 Nm Drehmoment an, bei 3000 /min setzt der volle Ladedruck von 1,2 bar ein, erst bei 8500 /min der Begrenzer. Dabei bleibt der McLaren immer ein Gentleman, der spürbare mechanische Grip an der scheinbar nie überforderten Hinterachse ist riesig. Dieses gute Gefühl einer sicheren und satten Straßenlage erfreut erst recht auf der anspruchsvollen Rennstrecke. Sind beide Systeme im „Track“- Modus, trompetet nicht nur der V8 lautstark – der McLaren bläst jetzt generell zum Angriff.

Der 330 km/h schnelle Flachmann verträgt hohe Kurveneinlenkgeschwindigkeiten. Gezielte Bremseingriffe an einzelnen Rädern, die ein Untersteuern nahezu eliminieren, unterstützen ihn dabei. Den Wagen mit einem leicht herausschlenzenden Heck wieder zu beschleunigen, gelingt schnell und ohne Angstschweiß auf der Stirn. Denn auch jetzt hilft der gezielte Bremseingriff (Brake Steer), ohne jedoch den Fahrspaß zu mindern. Die messerscharfe Lenkung und das aktive Fahrwerk arbeiten dabei perfekt miteinander.

Das hydraulische Dämpfersystem ist zwischen den Rädern einer Achse vernetzt und ebenso zwischen Vorder- und Hinterachse. Bei harten Bremsmanövern oberhalb von 95 km/h verbessert der ausfahrende Heckspoiler die Fahrstabilität. Die Serien-Stahlbremse wie auch die etwas giftiger ansprechende Karbon-Keramikanlage arbeiten standfest. Kein Zweifel: Der McLaren MP4-12C hat das nötige Rüstzeug zum Klassenprimus.

Holger Eckhardt

Autos im Test
McLaren MP4-12C PS/KW 600/441
0-100 km/h in 3.30s,
Hinterrad, 7-Gang-Doppelkupplung
Spitze 330 km/h
Preis 200000 €
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